17. Bad Soden-Salmünsterer Orgelspaziergang

Rückblick: Sonntag, 6. Oktober

Johanna Tierling-Kinzel, Frank Kleespies.
Photo T. Kurpies

Zum 17. Bad Soden-Salmünsterer Orgelspaziergang erklang Musik aus aller Herren Länder.
Der 17. Bad Soden-Salmünsterer Orgelspaziergang am 6. Oktober 2019 stand unter dem Motto „Orgelmusik aus aller Herren Länder“ – auf den vier großen Orgeln im Stadtgebiet erklangen bunt gereiht Werke französischer, englischer, deutscher, niederländischer, italienischer, spanischer, ungarischer und kanadischer Komponisten. Sie zeigten, dass Musik schon immer international war und rund um die ganze Welt von Land zu Land weitergegeben wurde, über Schranken und Grenzen hinweg. Das ist heutzutage nicht anders und soll und wird auch in Zukunft so sein!

Verbunden wurden die vier Kurzkonzerte an den Orgeln der katholischen und evangelischen Kirchen in Salmünster und Bad Soden mit Stadtführungen. Dazu luden die Stadtführerinnen Doris Müller und Monika Ruppel die etwa 50 Zuhörenden und Spaziergänger ein und vermittelten Wissenswertes aus der Geschichte und der Stadtentwicklung der beiden Stadtteile.

Wie in jedem Jahr erklang ein kurzes Orgelstück in allen vier Kirchen – in diesem Jahr war das die „Introduction – Choral“ aus der Suite Gothique des französischen Komponisten Léon Boëllmann, sodass ein direkter Vergleich der Klänge der vier Instrumente anhand dieses Stückes möglich war. Interessant ist dabei zu sehen und zu hören, wie sich das jeweilige Instrument architektonisch und akustisch in den Kirchenraum einfügt.

Im ersten Konzert in der Versöhnungskirche stellte Frank Kleespies die „Cat Suite“ des Kanadiers Denis Bédard vor. In vier Sätzen stellt uns der Komponist anschaulich und gut faßlich vor Augen, wie eine Katze schläft oder wie junge Katzen miteinander spielen. Die abschließende Serenade des englischen Komponisten Derek Bourgeois könnte ein Stück sein, zu dem man festlich aus der Kirche hinausschreitet – hätte der Komponist nicht als „Stolperfalle“ den 11/8- und 13/8-Takt verwendet.

Auf der Jann-Orgel der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul bot Johanna Tierling-Kinzel dann Barockmusik von Johann Christoph Kellner und Johann Ludwig Krebs, für deren klangliche Realisierung diese Orgel optimale Voraussetzungen bietet. Einen Kontrast hierzu stellten die mondäne „Sortie“ von Louis Lefébure-Wely und die rhythmisch reizvolle Fantasie über „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Johannes Matthias Michel dar.

Johanna Tierling-Kinzel setzte das Programm auf der romantischen Orgel der katholischen Kirche St. Laurentius mit „Mozart Changes“ des ungarischen Komponisten Zsolt Gárdonyi fort, der in diesem Werk musikalische Gedanken von Wolfgang Amadeus Mozart mit Jazzfiguren in Zusammenhang bringt. Hier erklang nun auch die vollständige viersätzige „Suite Gothique“ von Léon Boëllmann.

Den Abschluss bildeten frühbarocke Werke aus Italien von Girolamo Frescobaldi und aus Spanien von Antonio de Cabezón sowie ein moderner Zyklus „Momenten voor orgel“ des Niederländers Ton Verhiel. Frank Kleespies stellte diese Stücke auf der neuerbauten Orgel der evangelischen Erlöserkirche dar, bevor für alle Besucher des Orgelspaziergangs noch Zeit war, die Veranstaltung zusammen mit den Mitwirkenden bei Getränken und Knabbereien ausklingen zu lassen.

Der Orgelspaziergang als ökumenische Veranstaltung der katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden in Bad Soden-Salmünster unter Beteiligung der Stadtführerinnen Bad Soden-Salmünster erbrachte so wieder einige Spenden zugunsten kirchenmusikalischer Projekte und bot den Zuhörenden einen klanglichen Eindruck der reichen Orgellandschaft unserer Stadt!

Frank Kleespies