Glocken rufen zum Gebet

Glocken der Versöhnungskirche

Wegen der  Corona-Epidemie können aktuell in den Kirchengemeinden keine Gottesdienste gefeiert werden. 
Aber unsere Glocken sollen nicht schweigen.
(Glocken der Versöhnungskirche Salmünster. Foto: Jürgen Schweizer)

Sie ertönen von vielen Kirchen an jedem Tag, morgens, mittags und abends – so wie es vor Ort üblich ist. Sie laden ein zum persönlichen Gebet.

Die Katholische und Evangelischen Kirchengemeinden in Bad Soden-Salmünster laden dazu ein mit dem Läuten unserer Glocken verbunden zu sein, mit allen  die in Quarantäne leben, mit denen im Gesundheitsdienst Tätigen, mit denen die vor großen Herausforderungen stehen, – und mit den Sterbenden.

Glockenläuten solange Gottesdienste nicht mögliche sind
Solange in unserern Kirchen keine Gottesdienste gefeiert werden können, läuten an den Samstagen die Glocken unserer Kirchen in Bad Soden-Salmünster um 19:30 Uhr den Sonntag ein. Am Sonntag laden die Glocken gemeinsam um 10.15 Uhr zum Gebet ein, durch das wir uns verbinden.
Jeden Mittag um 12 Uhr läuten wir zum Gebet für alle Menschen in Angst und Sorge – für die, die in Quarantäne leben, für die im Gesundheitsdienst Tätigen und für die, die unsere Versorgung und Sicherheit aufrechterhalten. Sie läuten für die Gesunden, für kranke Menschen – und für die Sterbenden. Prälat Bernd Böttner aus Kassel schreibt zu diesem Mittagsläuten: „Wir sind davon überzeugt: Im Gebet für unsere Nächsten wächst die Kraft zum Handeln für unsere Nächsten. Wir danken Ihnen für Ihre Gebete und für Ihr helfendes Handeln!“

Glocken läuten zum Abschied
Auch bei Beerdigungen gilt es Abstand zu halten. Nur noch die allernächsten Angehörigen dürfen am Grab mit einer Trauerfeier Abschied nehmen. Viele Menschen, die dem Verstorbenen sonst noch die letzte Ehre gegeben hätten, müssen notgedrungen zuhause bleiben. Aber die Glocken läuten weiter zum Abschied. Jetzt erst recht! Auch wenn wir körperlich Abstand halten, sind sie Zeichen des Zusammenhalts im Glauben.

Eine halbe Stunde vor der Trauerfeier und zu Beginn der Beerdigung läutet unsere Totenglocke. Wer sie hört, kann einen Moment innehalten und sich bewusst machen: Heute müssen wieder Menschen Abschied von einem geliebten Menschen nehmen. Und unsere Kirchengemeinde von einem Gemeindeglied. Im Stillen ein Vaterunser oder ein persönliches Gebet zu sprechen, kann so zum Zeichen des Trosts werden.

Gebet zum Mittagsläuten
Gott, unser Vater im Himmel, wir bringen dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Bitte tröste jene, die jetzt trauern. Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie. Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung. Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter, Lkw-Fahrern und Verkaufspersonal Besonnenheit. Wir beten für alle, die von Angst überwältigt sind. Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht. Wir beten für alle, die große finanziellen Schaden haben oder befürchten. Guter Gott, wir bringen dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre du Herzen mit deiner Sanftheit. Und ja, wir beten, dass diese Pandemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann. Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen. Wir vertrauen Dir.

Und mit den Worten Jesu können wir beten: Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Gottes Schutz und Segen wünschen Ihnen
Ihre Seelsorgerin und Seelsorger
der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinde in Bad Soden-Salmünster

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