Pilgerweg durch die Nacht

Rückblick Gründonnerstag, 29.03 – Karfreitag, 30.03.2018
Ökomenischer Männerpilgerweg 

Pilger am Karfreitag Morgen vor der Versöhnungskirche
Pilger am Karfreitag Morgen vor der Versöhnungskirche ______ Foto: B. Kruse

Mehr als 60 Männer pilgerten von Uerzell zur Versöhnungskirche nach Salmünster. Als pünktlich um 6.30 Uhr morgens am Karfreitag die pilgernde Männergruppe an der Versöhnungskirche in Salmünster ankam, stand der volle Mond noch am Himmel. In dessen Schein war die Gruppe von Uerzell aus über den Huttengrund nach Salmünster gewandert. In der Versöhnungskirche angekommen, freuten sich die Pilger über die Wärme, die sie umfing. Denn nachts hatte es wieder Temperaturen unter Null gegeben.

Aufgebrochen waren die mehr als 60 Männer von der katholischen Kirche Mariae Himmelfahrt in Uerzell. Hier waren sie vom katholischen Pfarrer Dr. Samuel Rapu  und dem Weihbischof Professor Dr. Karlheinz Diez auf den Weg geschickt worden. „Verletzlich und doch stark“ war das Thema unter dem die diesjährige Pilgerstrecke für Männer stand. An verschiedenen Stationen wurde dieses Thema mit einem Stein-Ritual von verschiedenen Seiten beleuchtet. Da galt es beispielsweise persönliche Aspekte, politische oder auch gesundheitliche Aspekte zu durchdenken. Es ging um Verwundungen, Verletzungen, um alles was belastet, was schwer wiegt und unfrei macht.

„Sie hatten eine exklusive Zeit mit sich selbst und mit anderen Männern, fasst der evangelische Pfarrer Fredy Henning zusammen.

Am Ziel in der evangelischen Versöhnungskirche benannten die Männer in einem großen Kreis rund um den Altar jeder einen persönlichen Eindruck aus der erwanderten Nacht, in der sie alle mit den Füßen gebetet hatten. So sprachen einige der Männer über die tief empfundene Gemeinschaft und den Zusammenhalt. Für andere war es die greifbare Stille der Nacht oder das Schweigen, was sie tief berührt hatte. Wieder andere dachten an das helle Licht des Mondes, die Beleuchtung der Dunkelheit oder den fernen Lichterglanz Salmünsters. Auch der Geruch des frisch geschlagenen Holzes, die innere Ruhe oder die Zeit zum Nachdenken, war einigen während des Pilgerns durch die Nacht besonders wichtig gewesen. Und auch als mit dem Morgengrauen die Vögel langsam aufwachten und zu zwitschern begannen, war dies ein Erlebnis für die Pilgerer.

Der ökumenische, nächtliche Pilgerweg vom Gründonnerstag in den Karfreitag ist bereits eine kleine Tradition. Gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Fredy Henning bereiteten Bernd Heil, Bernd Lehmann, Clemens Michel und Andreas Ruffing die nächtliche Pilgerwanderung ausschließlich für Männer vor. Mit einem gemeinsamen Frühstück endete der Pilgerweg kulinarisch.

Beitrag: Barbara Kruse