Rückblick: Buß- und Bettag

Am diesjährigen Buß- und Bettag, den 18. November 2020, lud die Evangelische Kirchengemeinde Bad Soden-Salmünster herzlich zu einem Gottesdienst in die Erlöserkirche ein.
(Grafik: orange cube)

Frank Kleespies an der Orgel und Johanna Tierling (Gesang) wirkten an der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes mit.

Ein angemessener Umgang mit der SARS-CoV-2-Virus-Pandemie in Deutschland und der Welt bestimme weiterhin den Alltag der Menschen, erläuterte Pfarrerin Reidt den anwesenden Gemeindemitgliedern. Der diesjährige Buß-und Bettag stand unter dem Motto: Zukunft OFF EN. Vergleichbar einem Smartphone, dessen OFF-Button betätigt worden sei, fühlten sich viele Menschen aktuell in ihren Möglichkeiten, ihr Leben nach den eigenen Wünschen zu gestalten, eingeschränkt. Für manche fühle sich das an, als sei auch ihre Zukunft auf OFF gestellt – ausgeschaltet worden, führte Pfarrerin Reidt den Motto-Gedanken des Gottesdienstes weiter aus. In diesen Tagen spürten nicht wenige Menschen daher ein tiefes Sehnen nach Veränderung in sich, wie es auch in einem Lied des Gottesdienstes Lied EG + 102 „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ aus dem Beiheft zum Evangelischen Gesangbuch zum Ausdruck kommt. Ein ähnliches Sehnen nahmen auch die Einwohner und der König der biblischen Stadt Ninive, gelegen im heutigen Irak, wahr als den Propheten Jona predigen hörten, dass ihre Stadt untergehen solle. Sie entschieden sich dazu, Buße zu tun und verhinderten in einer gemeinsamen Kraftanstrengung die befürchtete Strafe Gottes, da dieser seine Absicht bereute und nicht in die Tat umsetzte. Einen Mund-Nasen-Schutz, den jeder tragen müsse, um das Risiko einer Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus zu minimieren, wolle sie nicht mit der Büßerkleidung aus Sackleinen vergleichen, die die Stadtbewohner Ninives getragen hätten, aber auch im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus sei eine gemeinsame Kraftanstrengung nötig, so Pfarrerin Reidt. Im Vertrauen auf Gott, der – wie es der evangelisch-lutherische Theologe Dietrich Bonhoeffer in seinem Glaubensbekenntnis formulierte Glaubenden, „in jeder Notlage soviel Widerstandkraft“ geben wolle, wie sie brauchten, wenn sie sich nur auf ihn verließen, könnten sie zuversichtlich bleiben. In diesem Glauben könne Angst vor der Zukunft überwunden. Entsprechend den Liedzeilen des Liedes EG 614 könnten dann nötige Schritte getan und mutig gehandelt werden. Gemeinsam mit Gott stehe die Zukunft offen, verdeutlichte Pfarrerin Reidt den Besuchern des Gottesdienstes.  Abschließend gab sie den Anwesenden noch einen Gedanken aus dem Begleitheft der Landeskirche zum Gottesdienst auf den Weg: „Offen für die Zukunft ist irgendwie so wie offen für Gott“.

Beitrag von Johanna Parthey